Laut einer Studie in der Fachzeitschrift Menopause erwies sich die fraktionierte mikroblative CO2-Lasertherapie als sowohl wirksam als auch sicher bei der kurzfristigen Behandlung der Vulvovaginalatrophie.
Die retrospektive Aktenanalyse umfasste 139 Frauen mit Symptomen einer Vulvovaginalatrophie, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2019 drei Laserbehandlungen im Abstand von jeweils etwa 6 Wochen in der Klinik für Vulva- und Sexualgesundheit von Prohealth im Waukesha Memorial Hospital in Wisconsin absolviert hatten.
Alle Patientinnen waren über 18 Jahre alt (Durchschnittsalter 62 Jahre) und nicht schwanger.
Eine gleichzeitige topische Östrogentherapie wurde bei 53 % der Patientinnen (n = 74) berichtet. Die Diagnose Brustkrebs wurde bei 27 % (n = 38) und Lichen sclerosus bei 22 % (n = 31) dokumentiert.
Die Patientinnen wurden vor der ersten und dritten Laserbehandlung mithilfe zweier validierter Fragebögen befragt: dem Female Sexual Function Index (FSFI) und dem Vulvovaginal Symptoms Questionnaire (VSQ). Zusätzlich wurde eine visuelle Analogskala (VAS) ausgefüllt.
Die Behandlung erfolgte zunächst vaginal mittels einer Vaginalsonde, gefolgt von der Vulvabehandlung mit einem separaten Handstück unter Anwendung eines quadratischen Bewegungsmusters. Zwanzig Minuten vor der Behandlung wurde das Vulvagewebe mit 2%igem Lidocain behandelt. Die Lasereinstellungen für die vaginale und die Vulvabehandlung entsprachen früheren Studien.
Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 13,8 Wochen.
Alle FSFI-Werte verbesserten sich: vor der Behandlung 12,7 vs. nach der Behandlung 19,0 (P
Die VSQ zeigte außerdem, dass sich 18 von 21 Fragen signifikant verbesserten (P
Zusätzlich zeigte die VAS eine signifikante Verbesserung hinsichtlich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie vulvärer und vaginaler Trockenheit: vor der Behandlung 12,7 bzw. 4,6 gegenüber 2,4 bzw. 1,5 nach der Behandlung (jeweils p
Darüber hinaus wurden 17 weitere Frauen nach der zweiten Laserbehandlung sexuell aktiv. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse bei den Studienteilnehmerinnen gemeldet.
„Wir waren überrascht, dass sich der Zustand der Patientinnen bereits nach ein bis zwei Behandlungen verbesserte“, sagte Studienleiterin Dr. Sarit Aschkenazi, medizinische Co-Direktorin des Prohealth Waukesha Memorial Hospital. „Eine Besserung trat sogar bei Frauen mit schweren Symptomen ein, die nicht auf herkömmliche Therapien wie topische Östrogene oder auf die Einnahme von Aromatasehemmern zur Brustkrebsprävention ansprachen. Besonders erfreut waren wir über die Anzeichen einer Besserung bei Frauen mit Lichen sclerosus und sehr fortgeschrittener Hautatrophie.“
Die Lasertherapie wirkt vermutlich durch die Zufuhr von Energie in das Unterhautgewebe, wobei das darüberliegende Epithel nur minimal geschädigt wird. Laut Aschkenazi regt sie die Fibroblasten zur vermehrten Produktion von Kollagen- und Elastinfasern an und erhöht zudem den Wassergehalt, die Hautfalten und die Epitheldicke der Vaginal- und Vulvahaut.
„Dies ähnelt den Effekten, die bei der Anwendung eines Lasers auf die Gesichtshaut auftreten“, sagte sie. „Der Laser wird seit über zehn Jahren auf der Gesichtshaut eingesetzt und seine Sicherheit ist belegt. Hautbiopsien haben diese Effekte ebenfalls nachgewiesen. All diese Veränderungen sind vergleichbar mit den Veränderungen, die auftreten, wenn Östrogen in prämenopausalen Konzentrationen im Gewebe vorhanden ist.“
Der Laser erweist sich als vielversprechende alternative Behandlungsmethode für weit verbreitete Erkrankungen wie die Vulvovaginalatrophie. „Dies ist eine neue Option, wenn Östrogen nicht wirksam, kontraindiziert oder unerwünscht ist“, sagte Aschkenazi.
Allerdings sind randomisierte Kontrollstudien erforderlich, um die Wirksamkeit der Laserbehandlung eindeutig zu bestimmen sowie die optimale Anzahl der Behandlungssitzungen, die Behandlungsintervalle und die Häufigkeit der Wiederholung einer Auffrischungsbehandlung festzulegen.
„Eine Behandlungsoption, die es zu prüfen gilt, ist die Kombination der Lasertherapie mit einer topischen Hormontherapie, sofern keine Kontraindikationen vorliegen, wie beispielsweise mit einer Östrogentherapie oder topischem Dehydroepiandrosteron (DHEA), um die Gewebeverbesserung zu verlängern und einen synergistischen Effekt bei niedrigeren Dosen zu erzielen“, sagte Aschkenazi.
Obwohl sich der Laser bei allen Studienteilnehmerinnen als sicher erwies, empfiehlt Aschkenazi, bei Symptomen der Vulvovaginalatrophie zunächst konventionelle Behandlungsmethoden anzuwenden, bevor eine Lasertherapie in Betracht gezogen wird. Zudem sollten die Behandlungsparameter genau eingehalten werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Betroffene sollten außerdem auf eine gute Hautpflege achten und Hautreizstoffe, enge Unterwäsche, Seife und parfümierte Damenbinden meiden. „Die Verwendung hormonfreier Feuchtigkeitscremes hilft, die mit Wechseljahresbeschwerden einhergehende Trockenheit zu lindern“, so Aschkenazi.
Fraktionierte CO2-Lasertherapie bei Vulvovaginalatrophie Zugehöriges Video:
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